Antikollisionssysteme bei Turmdrehkranen
Eine sorgfältige Standortwahl für Turmdrehkrane ist entscheidend für die Sicherheit auf Baustellen. Besonders bei überlappenden Arbeitsbereichen mehrerer Krane wird die Verwendung von Antikollisionssystemen empfohlen, um Unfälle zu verhindern und die Effizienz zu steigern.
Eine sichere Abwicklung des Materialumschlags auf Baustellen erfordert eine sorgfältige Auswahl des Standorts für die Turmdrehkrane. Dies ist von grundlegender Bedeutung, um Gefahren und Unfälle zu verringern und die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Antikollisionssysteme für Turmdrehkrane spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Aktualisierte Suva-Broschüre
Die Suva Broschüre 66061 Turmdrehkrane wurde entwickelt, um Bauführern, Polieren und Kranmonteuren klare Richtlinien zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit, öffentlichen Sicherheit und Effizienz bereitzustellen. Sie wurde vor einigen Monaten aktualisiert und um die Situation 3 erweitert, bei der die Krane so installiert sind, dass mindestens ein Kran mit mehreren Hubseilen von benachbarten Kranen kollidieren kann. Die Broschüre wurde Anfang Jahr neu veröffentlicht, und ab dem 1. August 2024 wird die Suva diese Aspekte bei ihren Kontrollen berücksichtigen. Gemäss der Kranverordnung Art. 4, Abs. 4 sind Arbeitgeber verpflichtet, Schutzmassnahmen zu treffen, wenn die Aktionsbereiche von Kranen durch Hindernisse eingeschränkt sind. Die Suva empfiehlt in der Situation 3, wenn sich die Arbeitsbereiche von drei oder mehr Kranen überlappen, diese entweder mit elektronischen Antikollisionssystemen, Sektorbegrenzungen oder elektrischen respektive elektronischen Arbeitsbereichsbegrenzungen auszurüsten, um Kollisionen zu verhindern (Stand der Technik).
Betriebssicherheit lässt sich verbessern
Antikollisionssysteme überwachen die Sicherheitsabstände zwischen den Kranen und können durch das Blockieren von Kranbewegungen im Überlappungsbereich Kollisionen zuverlässig verhindern. Speziell für Turmdrehkrane bieten Antikollisionssysteme bedeutende Vorteile, die weit über die reine Vermeidung von Zusammenstössen hinausgehen. Bereits ab der Installation von zwei oder mehr Kranen verbessert sich die Betriebssicherheit erheblich, wenn sich ihre Schwenkradien überschneiden und das Risiko von Zusammenstössen steigt. Solche Zusammenstösse können durch Unachtsamkeit des Kranführers entstehen, zum Beispiel, wenn ein niedriger Turmdrehkran mit dem Hubseil eines höheren Krans kollidiert oder der Kranführer das Hubseil des anderen Krans nicht sehen kann. Solche Kollisionen können nicht nur zu Pendelbewegungen der Lasten führen, sondern auch zu Lastabstürzen, zur Gefährdung von Personen im Bereich der Last sowie zu Schäden an den Hubseilen und der Krankonstruktion verursachen.
Sicherheit der gesamten Baustelle beeinträchtigt
Wenn Kollisionsschäden nicht erkannt werden, beeinträchtigt dies die Betriebssicherheit des Krans und der gesamten Baustelle. Ein Bruch des Hubseils ist eine mögliche Folge, aber noch schwerwiegender ist der Verlust der Standsicherheit des Krans im Falle eines plötzlichen Lastverlusts. Die Betriebssicherheit wird erheblich erhöht, wenn Antikollisionssysteme eingesetzt werden, die über redundante Sensoren zur präzisen Positionsbestimmung verfügen, sowie über Anzeigegeräte, welche die Positionen verschiedener Krane sowie aktive und gesperrte Bereiche in Echtzeit übermitteln.

Zusätzlich warnen akustische und visuelle Alarmzeichen den Kranführer bei Kollisionsgefahr. Es ist zu beachten, dass die Regelungen für Antikollisionssysteme ausschliesslich für oben drehende Turmdrehkrane gelten und nicht für Schnellmontagekrane. Die Nutzung von Antikollisionssystemen markiert einen bedeutenden Fortschritt für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz auf Baustellen. Der Schweizerische Baumeisterverband empfiehlt daher, solche Systeme zu installieren, besonders wenn sich die Arbeitsbereiche von mehreren Kranen überschneiden.