Neubau Primarschule Seefeld Thun

Auf dem Areal Schubertstrasse der Schule Seefeld entstand in nur dreizehn Monaten, von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung, ein Schulraumprovisorium für drei Primarschulklassen.

Schulhaus Seefeld: Architektonisch gut gelöst und in Rekordzeit aufgebaut.

Der kompakte, zweigeschossige Baukörper aus Holz liegt etwas von der Schubertstrasse zurückversetzt und bildet auf drei Seiten Aussenräume mit unterschiedlichen Stimmungen: Nach Osten spannt er zum Velounterstand einen gut dimensionierten Hartplatz als Ankommensort und Pausenfläche auf. Auf der Südseite entsteht zusammen mit den Metallcontainern und der bestehenden Bepflanzung in ihrer Mitte eine kleine Hofsituation. Auf der Westseite des Neubaus liegt ein begrünter Aussenraum, geprägt vom grossen, geschützten Nussbaum. Eine hohe, zweiseitig belichtete Eingangshalle bildet die Mitte des Schulhauses. Sie dient als Garderobe, Erschliessungsfläche, gedeckte Pausenhalle und thermische Pufferzone. Das Vordach über dem südseitigen Eingangsportikus spendet der Eingangshalle im Sommer Schatten, während die flache Wintersonne tief in den Raum scheint und das Gebäude erwärmt. Fensterelemente mit je einem Lüftungsflügel und einer Verglasung mit grosser Sitznische orientieren die vier Schulräume auf ihre Längsseite, nach Osten zur Schubertstrasse bzw. nach Westen zum Nussbaum. Die verwendeten Materialien wurden grösstenteils nicht behandelt und unterstützen damit den temporären Charakter des Gebäudes. Die Wände und Decken zeigen ihre konstruktiv eingesetzten Mehrschichtholz- und Duripanelplatten in industrieller Oberflächenqualität. Das Zusammenspiel des dunkelrot-braunen Linoleumbodens mit dem rohen Holz erzeugt in den Schulzimmern eine warme, kreative Atelierstimmung.

Holzelementbau eignet sich optimal für Schulbauten.

Schulhausbau in Rekordzeit
Auf dem Areal Schubertstrasse der Schule Seefeld entstand in dreizehn Monaten, von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung, ein Schulraumprovisorium für drei Primarschulklassen. Die Dringlichkeit, die geplante Nutzungsdauer von fünfzehn Jahren und die Anforderung, danach das Schulhaus verschieben zu können, führten zu einem Elementbau mit industriellem Charme. Seine Qualität bezieht er nicht aus einem schweizerisch gewohnten Detailfinish, sondern aus den Grundelementen der Architektur: Raumbildung, Licht und Material. Der kompakte, zweigeschossige Baukörper aus Holz liegt etwas von der Schubertstrasse zurückversetzt und bildet auf drei Seiten Aussenräume mit unterschiedlichen Stimmungen. Eine hohe, zweiseitig belichtete Eingangshalle bildet die Mitte des Schulhauses. Sie dient ebenso als Garderobe, Erschliessungsfläche, gedeckte Pausenhalle und thermische Pufferzone. Die Wände und Decken der Räume zeigen ihre konstruktiv eingesetzten Mehrschichtholz- und Duripanelplatten in industrieller Oberflächenqualität. Das Zusammenspiel des dunkelrot-braunen Linoleumbodens mit dem rohen Holz erzeugt in den Schulzimmern eine warme, kreative Atelierstimmung.

Duripanelplatten an den Wänden speichern die Wärme/Kälte
besser und vermindern den Schall.

Es müssen keine Container sein
So kann ein Schulraumprovisorium auch aussehen! Gibt es für temporäre, schnell gebaute Schulraumprovisorien eine Alternative zu den üblichen Metallcontainern oder Holzmodulen von grossen Anbietern? Mit dieser Frage setzten sich Bruno Stettler und Daniel C. Suter, die 2017 das Architekturbüro Lanzrein+Partner in Thun übernommen haben, anhand einer Machbarkeitsstudie für die Stadt Thun auseinander. An der Schubertstrasse im Thuner Seefeld musste dringend ein Schulraumprovisorium für drei Klassen erstellt werden, wozu in der Machbarkeitsstudie Metallcontainer und Holzmodule miteinander verglichen wurden. Die Architekten schlugen aufgrund der Vergleiche letztlich vor, mit einem Zimmermann aus der Region einen Elementbau aufzustellen. Die Behauptung der Architekten, in dieser Art gegenüber standardisierten Containern mit Kosten und Terminen Schritt halten zu können, die architektonische Qualität hingegen davon abzuheben, wurde eingelöst. Binnen 13 Monaten entstand so, die Zeit der Machbarkeitsstudie eingerechnet, ein einfacher, jedoch gut gestalteter und flexibel nutzbarer Elementbau mit industriellem Charme und einer warmen, kreativen Atelierstimmung.

Die Klassenräume sind hell, freundlich und optimal eingerichtet.

Durchdachtes Energiekonzept
Zuerst stand die Überzeugung, dass gerade bei einer zeitlich begrenzten Nutzungsdauer die Grauenergie einen wichtigen Bestandteil der ökologischen Gesamtsicht einnehmen muss. Sie führte zu einer Holzbaulösung mit gezielt gewählter Dimensionierung und Anordnung der Räume, Vordächer und spezifischem Einsatz der Materialien, um mit architektonischen statt technischen Mitteln auf die Bedürfnisse der Behaglichkeit und die Anforderungen der Nachhaltigkeit einzugehen. Eine hohe, zweiseitig belichtete Eingangshalle bildet als Mitte des Schulhauses eine thermische Pufferzone. Das Vordach über dem südseitigen Eingangsportikus spendet der Eingangshalle im Sommer Schatten, während die flache Wintersonne tief in den Raum scheint und das Gebäude erwärmt. Automatisierte Lüftungsflügel ermöglichen im Sommer eine Querlüftung zur Nachtauskühlung. Die Wände in der Eingangshalle sind mit Duripanelplatten verkleidet, so dass die Wärme/Kälte besser als mit Holz gespeichert werden kann. Gleichzeitig mindert sie aufgrund ihres unterschiedlichen spezifischen Gewichts zu den klassenzimmerseitigen Dreischichtplatten die Schallübertragungen. So wurden sämtliche Materialien bezüglich ihrer bauphysikalischen Eigenschaften gezielt eingesetzt. Sie sind inkl. der Fassadenschalung roh belassen worden. Ein durchgehender Sonnenschutz aus Lamellenstoren und die Dachbegrünung schützen die Zimmer vor Überhitzung. Aufwendige technische Ausstattungen wurden vermieden. Die Beheizung wird mittels einer Wärmepumpe und Radiatoren unter den Fenstersitznischen sichergestellt, auf eine kontrollierte Lüftung wurde verzichtet.

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