Mehr Sicherheit auf der A13
Die Nationalstrasse A13 ist ein wichtiger Alpenübergang für den Individualverkehr. Die Verkehrsachse ist die direkte Verbindung der Ostschweiz ins Tessin. Aktuell wird die A13 auf weiten Strecken instand gesetzt. Dazu gehört auch die Erstellung von Sicherheitsstollen bei den beiden Tunnels Crapteig und Rofla.

Der Tunnel Crapteig muss im Rahmen der Erhöhung der Tunnelsicherheit mit Fluchtwegen nachgerüstet werden. Im Rahmen der Projektstudie wurde in einer Variantenstudie die Bestvariante für den Bau von Fluchtwegen ermittelt. Daraus ging ein paralleler Sicherheitsstollen mit Querverbindungen für die weitere Bearbeitung hervor. Die Fluchtwege verlaufen über acht Querverbindungen aus dem Tunnel in den talseitig verlaufen-den Sicherheitsstollen (Sisto) und von dort über die Portalstationen Süd und Nord ins Freie. Weiterhin wird die zusätzlich erforderliche Neue Zentrale Mitte mit den Zentralenräumen für die BSA/Lüftung des Tunnels in der Mitte des Sisto erstellt.
Der Sisto befindet sich östlich des Haupttunnels mit einem regulären Abstand Tunnelachse-Sisto-Achse von rund 26 Meter. Die Stollenlänge (exkl. Querverbindungen, exkl. Portalstationen) beträgt rund 2009 Meter. Das minimale Lichtraumprofil beträgt Breite × Höhe = 2 × 2,5 Meter. Das minimale Lichtraum-profil der QV für flüchtende Personen beträgt Breite × Höhe = 1,5 × 2,2 Meter. Der Sisto wird abgesehen von den Portalbereichen (der Ausbruch erfolgt maschinenunterstützt mithilfe eines Tunnelbaggers) in konventioneller Bauweise im Sprengvortrieb in steigen-der Richtung von Norden nach Süden vorgetrieben. Die Ausbruchsicherung erfolgt mit Netzen, Spritzbeton und Stabankern. Als Rückfallebene bei schlechter Geologie ist ein Stahleinbau vorgesehen.
Maschinenunterstützter Gegenvortrieb
Parallel zu den Hauptvortriebsarbeiten erfolgt ab dem Portal Süd im Bereich der Lockergesteinsstrecke ein Gegenvortrieb. Der Ausbruch erfolgt ebenfalls maschi-nenunterstützt mithilfe eines Tunnelbag-gers. Als vorauseilende Bauhilfsmassnah-me wird eine Rohrschirmetappe mit einer Länge von ca. 12 Meter eingebracht. Anschliessend erfolgt der Vortrieb auf einer Länge von ca. 5 Meter im Schutz eines Spiessschirms.
Die Querverbindungen und der Verbin-dungsstollen werden konventionell im Sprengvortrieb ausgebrochen. Die Ausbruchsicherung erfolgt mit Netzen, Spritzbeton und Stabankern. Die Neue Zentrale Mitte wird ebenfalls konventio-nell im Sprengvortrieb vom Sisto her ausgebrochen. Die Sisto-Portale Süd und Nord befinden sich an der Alten Viama-la-Strasse. Bei den Portalen des Sisto befinden sich die Portalstationen mit Lüftungsstation, Elektroanlagen und Schleusenbauwerk. In der Tunnelmitte befinden sich die zusätzlich erforderli-chen, neuen Zentralenräume für die BSA/Lüftung des Tunnels.
Die Kosten betragen rund 42 Millionen Franken. Läuft alles nach Plan, dauern die Arbeiten noch bis 2022.

Rofla: Weiterer paralleler Sicherheitsstollen
Auch der Tunnel Rofla ist Teil der Nationalstrasse A13 zwischen Chur und San Bernardino. Und auch er muss im Rahmen der Erhöhung der Tunnelsicher-heit mit Fluchtwegen nachgerüstet werden. Aus der Projektstudie ging ein paralleler Sicherheitsstollen mit Querver-bindungen als Bestvariante hervor. Der Fluchtweg aus dem Tunnel Rofla führt über eine der sechs Querverbin-dungen in den parallel zum Tunnel liegenden Sisto, welcher über ein Portal im Norden ins Freie führt. Der Sisto befindet sich westlich des Haupttunnels auf der Bergseite, mit einem regulären Abstand Tunnelachse-Sisto-Achse von rund 20 Meter. Die Stollenlänge (exkl. Querverbindungen) beträgt rund 1041 Meter. Mit Querverbindungen sind es total rund 1131 Meter. Das minimale Lichtraumprofil für flüchtende Personen beträgt Breite × Höhe = 2,0 × 2,5 Meter. Das Normalprofil des Sisto ist hufeisen-förmig. Der Sicherheitsstollen wird einschalig ohne Abdichtungsfolie mit einer Verkleidung aus Spritzbeton ausgeführt. Der Sicherheitsstollen wird komplett mittels Sprengvortrieb im Vollausbruch von Norden her aufgefah-ren. Ein Gegenvortrieb ist nicht vorgese-hen. Der ausgebrochene Querschnitt wird temporär mittels Ankern, Beweh-rungsnetzen sowie Spritzbeton gesi-chert. Die permanente Ausbruchsiche-rung erfolgt durch weiteren Auftrag von bewehrtem Spritzbeton für die Verklei-dung im rückwärtigen Bereich. Das minimale Lichtraumprofil QV für flüch-tende Personen beträgt Breite × Höhe = 1,5 × 2,2 Meter. Das Normalprofil der QV ist hufeisenförmig und weist eine gerade Sohle auf. Der Ausbruch erfolgt vom bereits erstellten Sisto mittels Spreng-vortrieb im Vollausbruch.
Sicherung mittels Anker
Der ausgebrochene Querschnitt wird temporär mittels Ankern, Bewehrungs-netzen sowie Spritzbeton im Brust-und Vortriebsbereich gesichert. Die perma-nente Ausbruchsicherung erfolgt durch weiteren Auftrag von bewehrtem Spritzbeton für die Verkleidung im rückwärtigen Bereich. Das Sisto-Portal Nord befindet sich auf dem ehemaligen Rastplatz Rofla und ist durch eine Unterführung der N13 vom Rastplatz Rofla aus zugänglich. Beim Portal des Sisto befindet sich die Portalstation mit Trafostation für Sisto und Tunnel, Lüftungsstation, Elektroanlagen für den Sisto und Schleusenbauwerk. Im Bereich der Trafostation Süd wird eine neue Zentrale (Neue Zentrale Süd) mit Ventilatorenraum und Elektroanlagen für den Sisto sowie Zentralenräumen für die BSA/Lüftung des Tunnels erstellt. Für die Neue Zentrale Süd wird der Vortrieb in diesem Bereich zu einer Kaverne ausgeweitet. Darin wird die Neue Zentrale Süd erstellt. Der Ausbau wird zweischalig und mit einer Schirmabdich-tung ausgeführt.
Auch bei der Aufrüstung des Tunnels Rofla rechnen die Verantwortlichen mit einer Bauzeit bis 2022. Die Kosten für das Projekt betragen rund 25 Millionen Franken. ■