Berner Oberländer Gesamterneuerung
Seit Anfang Januar ist die Gesamterneuerung der A8 zwischen Interlaken-Ost und Brienz im Gang. Über die nächsten drei Jahre wird die gesamte Strecke inklusive der drei Tunnels Sengg, Chüebalm und Giessbach instandgesetzt.

In einer ersten Phase wurden die drei Autobahntunnels auf der linken Seite des Brienzersees zwischen 2014 und 2018 mit zusätzlichen Stollen ausgestattet. Beim 3,3 Kilometer langen Giessbach-tunnel und beim 1,3 Kilometer langen Chüebalmtunnel wurde parallel zur Hauptröhre ein Sicherheitsstollen gebaut. Der mit 0,9 Kilometer Länge vergleichs-weise kurze Senggtunnel wurde mit einem quer von der Tunnelmitte abge-henden Fluchtstollen versehen.
Erfolgreiche Arbeiten im letzten Jahr
Der neue Sicherheitsstollen beim Leissigentunnel war Ende Jahr fertig ausgebrochen. Aktuell läuft der Innen-ausbau. Bis Mitte 2021 werden auch die beiden Portalstationen betoniert. Danach folgt die Installation der Be-triebs-und Sicherheitsausrüstung im Stollen. Die Inbetriebnahme ist im Frühjahr 2022 vorgesehen.
Der Soliwaldtunnel auf der Brünigstrecke verfügt neu ebenfalls über eine Flucht-möglichkeit in der Tunnelmitte. Der neue Fluchtstollen konnte Ende 2020 in Betrieb genommen werden. Auch im Tunnel selbst wurden diverse Massnah-men getroffen. Neben der Installation einer stromsparenden LED-Beleuchtung umfassten sie auch den Einbau eines neuen Belags und eines neuen Trennsys-tems zwischen den Fahrbahnen.

Zwischen Interlaken und Brienz starten die Arbeiten jetzt
Der Abschnitt zwischen Interlaken-Ost – Brienz ist 1988 in Betrieb genommen worden. Seither wurde er noch nie grundlegend saniert. Um die Strassenin-frastruktur auf dieser wichtigen Verbin-dungsachse für die Zukunft zu erhalten und den aktuellen Normen anzupassen, wird ab jetzt eine drei Jahre dauernde Gesamterneuerung vorgenommen. In den letzten Jahren wurden die Tunnels mit Rettungsstollen ausgestattet. 2020 wurden abseits der Fahrbahn dann bereits einige Vorarbeiten durchgeführt, die vor allem die neuen Tunnelzentralen betref-fen. Nun wird schliesslich die gesamte restliche Strasseninfrastruktur erneuert.

Arbeiten an der offenen Strecke und in den Tunnels
Im Rahmen der Gesamterneuerung werden sämtliche Kunstbauten wie Brücken, Stützmauern usw. saniert. Ferner wird ein neuer Deckbelag eingebaut, die Entwäs-serung erneuert sowie die Stand-streifen erweitert. Die Tunnelsicherheit wird an die aktuellen Normen angepasst. Insbesondere werden leistungsfähigere Lüftungssysteme eingebaut. Besonders hoher Aufwand entsteht beim Giessbach-tunnel, der aufgrund seiner Länge mit einer Zwischendecke ausgestattet ist. Damit diese den Kräften der stärkeren Ventilatoren standhalten kann, muss sie verstärkt werden. In den Tunnels werden Steuerungs-und Entwässerungsleitun-gen in den Banketten ersetzt, die Fahrbahnen mit neuem Deckbelag ausge-stattet und die Wände mit hellerem Anstrich beschichtet.

Verkehr läuft über Kantonsstrasse
Während der nächtlichen Sperrungen der Autobahn wird der Verkehr auf die Kantonsstrasse Interlaken–Oberried– Brienz umgeleitet. Das Verkehrsaufkom-men ist nachts relativ gering und kann gemäss Abklärungen der Verkehrsplaner problemlos bewältigt werden. Heikel sind jedoch zwei Passagen in Oberried im Fall, dass sich dort Cars oder Lastwagen kreuzen. Im Bereich der beiden Engpässe wird der Verkehr nachts mit einer Signalanlage gesteuert. Diese ist mit einem Detektor gekoppelt, der die Fahrzeuggrösse erfasst. Nähern sich aus beiden Richtungen grosse Fahrzeuge, dann stellt das Signal auf einer Seite auf Rot, um ein reibungsloses Kreuzen zu gewährleisten. ■