Tramhaltestelle Bahnhofquai: Siegerprojekt steht fest

Die Tramhaltestelle Bahnhofquai ist zentrale Schnittstelle für Pendlerinnen und Pendler zwischen Hauptbahnhof, Altstadt und Hochschul­gebiet und soll instand­gesetzt und erweitert werden. Der Architektur­wettbewerb hierfür ist abgeschlossen.

Die Haltestelle am Bahnhofquai Zürich – ein baukultureller Zeitzeuge der 1950er-Jahre – soll aufgefrischt, erweitert und auf den neusten Stand gestellt werden.

 

Die Bedeutung der Haltestelle Bahnhofquai kommt einer Visitenkarte der Stadt Zürich gleich: die Schnittstelle zwischen Hauptbahnhof, Altstadt und Hochschul­gebiet ist zentraler Umsteigeort für Pendlerinnen und Pendler und Ankunftsort für Stadtbesucherinnen und -besucher. Rund 44 000 Fahrgäste nutzen die Haltestelle täglich, wodurch sie zu den meist­frequentierten in der Stadt Zürich zählt. Im Zuge der Gleissanierung und des Umbaus zu einer hindernisfreien Haltestelle soll dieser Verkehrsknoten frühestens ab 2025 aufgewertet werden. Der Architektur­wettbewerb im selektiven Verfahren für die Instandsetzung und Erweiterung der Tramhalte­stelle Bahnhofquai ist abgeschlossen. Das Team von Joos & Mathys Architekten AG aus Zürich und Ferrari Gartmann AG aus Chur hat mit seinem Projekt «EGENDER» gewonnen.

Erweiterung mit Bezug zum Bestand
Das Siegerteam hat die Tramhalte­stelle passend zu den bestehenden filigranen und schlichten Warte­bereichen beim Bahnhofquai elegant weiter­entwickelt und ein neues Ganzes geschaffen. Ebenso wurden die Vorgaben gemäss Behinderten­gleich­stellungsgesetz (BehiG) umgesetzt. Der Erweiterungs­vorschlag bietet zudem die geforderte Transparenz zwischen Bahnhof, Landesmuseum und Limmat und schafft eine angenehme Aufenthalts­qualität für die Wartenden. Besonders überzeugt haben das Sicherheitsgefühl, das durch die gute Möblierung und Beleuchtung entsteht, sowie auch die Gestaltung der Verbindungswege zum Hauptbahnhof, Shopville oder zum Landesmuseum. Abgerundete Glaselemente schützen an den Abgängen und an den Kopfbereichen der Haltestelle vor Wind und Wetter. Gleichzeitig setzen sie dort einen Akzent und schaffen damit neue identitäts­stiftende Ankunftsbereiche, insbesondere auf der Seite des Landes­museums. Der bestehende Kiosk auf der gegenüber­liegenden Seite wird mit ähnlichen Glaselementen eingefasst. Die Erweiterung soll im Sinne der 2000-Watt-Gesellschaft einen niedrigen Energiebedarf in der Erstellung, im Betrieb und im Unterhalt aufweisen. Auf den Perrondächern ist eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen. Die Zielerstellungs­kosten für die Instandsetzung und Erweiterung der Tramhaltestelle Bahnhofquai betragen voraussichtlich 7,5 Millionen Franken (Baukostenplan Hauptgruppen 1-9, inklusive Mehrwertsteuer, exklusive Reserven).

Kleiner, aber feiner baukultureller Zeitzeuge der 1950er-Jahre
Die bestehende Tramhaltestelle Bahnhofquai wurde von 1952 bis 1954 nach den Plänen der Gebrüder Hans und Kurt Pfister in einer für die Nachkriegszeit typischen filigranen Konstruktion aus Stahl und Glas gestaltet. Sie zeugt vom Anspruch Zürichs, seine Verkehrs­infra­strukturbauten mit einer sorgfältig auf den spezifischen Ort abgestimmten Kleinarchitektur im Stadtbild zu verankern. Sie wurde gebaut, als die wasserbau­technische Regulierung der Limmat und die Verkehrsführung für Motor­fahrzeuge zwischen Bahnhofplatz, Bahnhofbrücke und Central neu angelegt wurde. Das neuartige Tragsystem, das die Gebrüder Pfister damals für diese Tramhalte­stelle angewendet haben, war ursprünglich für Tribünen­überdachungen in Stadien entwickelt worden. Die beiden Tramwartehallen am Bahnhofquai erfüllen gemäss Einschätzung der städtischen Denkmalpflege­kommission aufgrund ihrer städtebaulichen, baukünstlerischen und typologischen sowie wirtschafts- und sozial­geschichtlichen Bedeutung alle Kriterien für ein Schutzobjekt.

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