Verhaltene Aussichten und Fachkräftemangel
AM Suisse, der Dachverband der Branchen Metallbau, Landtechnik und Hufschmiede, hat mit dem «Wirtschaftsbarometer» den Puls der Branche gefühlt. Die Betriebe schätzen die Zukunft als schwierig ein und beklagen den Mangel an Fachpersonal.
Das Weltgeschehen hält die Unternehmen weiterhin auf Trab. Nach der Pandemie sorgte die russische Invasion der Ukraine für steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie Lieferengpässe, welche die Mitgliederfirmen zu spüren bekamen. Auch im zweiten Halbjahr 2022 waren die Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung von Unsicherheit geprägt und fielen im Wirtschaftsbarometer entsprechend verhalten aus.
Stagnierende Erträge
Die Mehrheit der Umfrageteilnehmenden von Metaltec Suisse gab an, verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2021, unbefriedigende bis gleichbleibende Umsätze und Erträge erzielt zu haben, mit Ausnahme der Westschweiz, die zufriedenstellende bis gute Ergebnisse vermeldete. Die Erwartungen für das erste Halbjahr 2023 sind verhalten: Eine Mehrheit der Teilnehmenden geht davon aus, dass die Geschäftsentwicklung mehr oder weniger stagnieren wird. Ein Viertel schaut pessimistisch in die Zukunft. Mit den steigenden Energiepreisen und den Lohnforderungen der Arbeitnehmer werden schwierige Zeiten erwartet.

Rund 28 Prozent der Unternehmen geben an, dass der Personalbestand gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021 gleich geblieben ist. Bei etwas mehr als einem Viertel ist dieser jedoch zurückgegangen. Es fehlt in allen Landesteilen an Fachpersonal. Nur ein Drittel aller Befragten verfügt über ausreichend Fachpersonal. Ein ausschlaggebender Grund dafür sei, dass nach der Ausbildung viele die Branche wechseln und den gelernten Beruf nicht ausüben würden. Auch im zweiten Halbjahr 2021 konnten nicht alle offenen Lehrstellen in der Metallbau-Grundbildung besetzt werden. Bei einer Mehrheit der Metaltec-Betriebe reichen die Auftragsbestände für bis zu drei Monate oder mehr, im Durchschnitt für rund zwei Monate.
Steigende Preise und Lieferengpässe
Verglichen mit dem gleichen Semester im Vorjahr wurde bei Agrotec Suisse der Umsatz «Werkstatt» und «Ersatzteile» bei über 50 Prozent der Mitgliederfirmen als gleichbleibend beurteilt, während der Umsatz «Verkauf» für 40 Prozent der Teilnehmenden tiefer ausfällt. Der Lagerbestand verharrt bei den meisten Unternehmen auf gleichem Niveau, bei mehr als einem Drittel der Betriebe hat dieser zugenommen. Bei Agrotec Suisse wird mehrheitlich erwartet, dass die Geschäftsentwicklung im nächsten Semester stagnieren wird, wobei 28 Prozent eine Verschlechterung erwarten. Als Ursache werden unter anderem die gestiegenen Preise sowie die Lieferengpässe genannt.
Der Personalbestand in den Landtechnik-Betrieben ist durchschnittlich gleichgeblieben und zwei Drittel der gesamtschweizerischen Teilnehmenden beklagen den Mangel an Fachpersonal. Alle Lehrstellen des Berufs «Baumaschinenmechaniker/in EFZ» mit Lehrbeginn 2022 konnten besetzt werden. Hingegen konnten nicht ganz alle Lehrstellen der Berufe «Landmaschinenmechaniker/in EFZ» und «Motorgerätemechaniker/in EFZ» vergeben werden.
Weitere Informationen