Start der Bohrarbeiten
Am 21. Mai 2024 begann die erste Bohrung für das Geothermieprojekt Haute-Sorne, dies nachdem alle erforderlichen Genehmigungen erteilt waren. Bis September soll eine Tiefe von etwa 4000 Meter erreicht werden.
Nach einer umfassenden Überprüfung des Bohrvorhabens durch die jurassischen Behörden und mit Einbezug externer Experten hat Geo-Energie Jura AG grünes Licht vom Kanton Jura für den Start der ersten Explorationsbohrung bekommen. Das Projekt unterliegt einer Umweltüberwachung, um den Schutz von Wasser, Luft und Artenvielfalt zu gewährleisten. Zudem hat der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich lokal sein Messnetz verdichtet und stellt damit eine unabhängige, seismische Grundüberwachung bereit.
Geothermieprojekt Haute-Sorne: Mit der vertikalen Bohrung bis 4000 Meter Tiefe soll der Untergrund genau erforscht und das Nutzungspotenzial abgeklärt werden.
Überwacht mit seismischen Netzwerk
Die Explorationsbohrung wird wahrscheinlich bis September dauern. Diese Bohrung wird massgeblich zur Erkundung des tiefen Untergrunds beitragen, da sie im Schweizer Jurabogen die erste Bohrung zwischen Genf und Basel ist, die vollständig die Sedimente durchdringt und tief in das kristalline Grundgebirge abgeteuft wird. Spürbare Beben können während des Bohrvorgangs praktisch ausgeschlossen werden. Trotzdem wird die Bohrphase intensiv mit einem seismischen Netzwerk überwacht.
Die aktuelle Bohrung ist Teil der ersten Phase des Pilotprojekts. Sie wird wichtige Informationen für die Fortsetzung des Projekts und für die Realisierung zukünftiger geothermischer Kraftwerke in der Schweiz liefern.
Nach detaillierter Auswertung der bei der Bohrung gewonnenen geologischen Daten sind Stimulationstests im ersten Quartal 2025 geplant. Die Resultate der Tests werden massgeblich zur Entscheidung beitragen, ob die zweite Phase des Projektes wie geplant umgesetzt werden kann. Geo-Energie Suisse und Geo-Energie Jura freuen sich über diesen entscheidenden Schritt, der innovative Zukunftsaussichten für eine nachhaltige Energieversorgung in der Schweiz eröffnet.
Lärmschutz, Sicherheit, Informationspavillon
Obwohl die Arbeiten rund um die Uhr laufen, können die gesetzlichen Lärmschutznormen eingehalten werden. Zum Schutz der nächstgelegenen Anwohner wurde eine Lärmschutzwand errichtet. In Abstimmung mit den Behörden und Rettungsdiensten liegt ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept vor, das eine effiziente und schnelle Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse ermöglicht. Angesichts des grossen technischen Know-hows der Bohrfirma sind solche höchst unwahrscheinlich.
Der zentrale Bereich der Baustelle ist nicht zugänglich. Bald kann die Öffentlichkeit diese einzigartige Baustelle von einer Aussichtsterrasse über einem Informationspavillon aus beobachten oder sich über eine Webcam die laufenden Arbeiten in Echtzeit ansehen.