Die Geschäftslage hält das Niveau

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich KOF hat ihre Umfrage vom Oktober 2018 ausgewertet. Diese Erhebung widerspiegelt die Antworten von über 4500 privatwirtschaftlichen Unternehmen aus der Industrie, dem Baugewerbe und den wichtigsten Dienstleistungsbereichen der Schweiz.

G 1: KOF-Geschäftslageindikator (Saldo saisonbereinigt)

Die KOF Geschäftslage veränderte sich im Oktober im Vergleich zum Vormonat kaum. Die Geschäftslage der Schweizer Unternehmen hat sich damit seit Juli dieses Jahres nicht mehr wesentlich verändert (siehe G 1). Hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung lässt der Optimismus bei den Unternehmen etwas nach. Die Schweizer Wirtschaft ist weiterhin im Höhenflug, der Aufwind nimmt aber nicht mehr zu.

Geschäftslage nach Regionen
Regional betrachtet, ist das Muster der Geschäftslageentwicklung ebenfalls uneinheitlich. Die Geschäftslage verbesserte sich insbesondere in der Zentralschweiz (siehe Seite 14, G 2). Aber auch im Tessin erholte sich die Geschäftslage etwas. Nahezu unverändert präsentiert sich im Oktober die Geschäftslage im Genferseegebiet. Dagegen kam es zu einer leichten Abkühlung in der Ostschweiz und im Espace Mittelland. Etwas deutlicher kühlte sich die Lage in der Region Zürich und in der Nordwestschweiz ab.

Geschäftslage nach Wirtschaftsbereichen
Hinter der vergleichsweise stabilen Entwicklung des Geschäftslageindikators für die Schweizer Privatwirtschaft stehen recht unterschiedliche Entwicklungstendenzen in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen (siehe Seite 14, T 1). Im verarbeitenden Gewerbe sinkt der Geschäftslageindikator den zweiten Monat in Folge. Auch im Gastgewerbe und im Detailhandel gibt der Geschäftslageindikator nach. Kaum verändert hat sich die Geschäftslage im Projektierungsbereich. Dagegen melden die Unternehmen in der Bauwirtschaft, im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie im Bereich übrige Dienstleistungen eine Verbesserung der Geschäftslage.

Verarbeitendes Gewerbe stagniert
Das verarbeitende Gewerbe spürt Gegenwind, die Geschäftslage ist nicht mehr ganz so gut wie in den Sommermonaten, die Kapazitätsauslastung sank geringfügig und die Ertragslage verbesserte sich nicht mehr. Im verarbeitenden Gewerbe trübte sich die Geschäftslage den zweiten Monat in Folge ein. Der Auftragsbestand vergrösserte sich kaum noch und die Firmen sind nicht mehr ganz so zufrieden mit dem Umfang der Auftragsbücher wie im Vormonat. Die Betriebe erhöhten die Produktion nicht mehr weiter, die Kapazitätsauslastung ging leicht zurück. Gleichwohl ist die Auslastung im historischen Vergleich weiter überdurchschnittlich. Die Unternehmen errichteten trotzdem nicht mehr so häufig zusätzliche Kapazitäten wie im ersten Halbjahr dieses Jahres. Die internationale Wettbewerbsposition – insbesondere auf dem EU-Markt – verbesserte sich nicht nochmals und auch die Ertragslage stagnierte. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Bestellungen insgesamt und hinsichtlich des Exportgeschäfts sind die Unternehmen aber nach wie vor zuversichtlich. Sie planen dagegen kaum noch Preissteigerungen ein, entsprechend sind die Geschäftserwartungen insgesamt nicht mehr ganz so optimistisch wie bisher.

G 2: Geschäftslage der Unternehmen der Privatwirtschaft

Branche Bau zeigt sich stabil
In den baurelevanten Bereichen von Projektierung und Baugewerbe ist die Geschäftslage weiterhin gut und der Ausblick deutet auf keine wesentliche Veränderung der Situation hin. Im Projektierungsbereich veränderte sich die gute Geschäftslage nur wenig. Die Nachfrage nach den Leistungen der Planer stieg insgesamt abermals an, wobei sich die Tendenz festigt, dass bei den Neuverträgen die Bausummen im Bereich Wohnungsbau unter Druck sind. Zudem gewinnt der Anteil an Erneuerung und Unterhalt bei den Bausummen gegenüber dem Neubau an Gewicht. Insgesamt rechnen die Projektierungsbüros nur mehr mit einer stabilen Geschäftsentwicklung in der nächsten Zeit. Sie suchen aber dennoch vermehrt zusätzliches Personal. Im Baugewerbe verbesserte sich die Geschäftslage leicht. Obwohl die Reichweite der Auftragsbestände geringfügig abnahm, sind die Unternehmen mit den vorhandenen Auftragsreserven weiterhin vorwiegend zufrieden. Die Bautätigkeit wurde in den vergangenen Monaten etwas häufiger ausgeweitet als zuvor, was sich aber insgesamt nicht auf den Grad der Kapazitätsauslastung auswirkte, der unverändert blieb. Negativer als im ersten Halbjahr entwickelte sich allerdings die Ertragslage der Betriebe. Mit Blick auf die weitere Entwicklung erwarten die Firmen aber nun eine Stabilisierung der Erträge und eine kaum veränderte Nachfrage nach ihren Leistungen.

kof.ethz.ch

T 1: Geschäftslage Schweiz (Salden, saisonbereinigt)

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