Umbau und Aufstockung eines ehemaligen Garagen- und Werkstattgebäudes in Basel
Vielfältiges Wohnen mit hoher Aufenthaltsqualität: Der transformierte Bestands- und der aus drei Geschossen bestehende Erweiterungskörper organisieren unterschiedlich gelayoutete Stadtwohnungen, die allesamt über differenzierte, gut nutzbare Aussenflächen verfügen.
Erhalten blieben bei diesem Bauprojekt die komplette Rohbau-Fassade der bestehenden Substanz sowie die Decke über dem EG, notwendig waren eine neue Decke resp. ein neues Dach über dem 1. OG sowie der Einbau eines Treppenhauskerns mit Liftschacht und Querwand in der Gebäudemitte, um die Erdbebenertüchtigung des Bestandes sicherzustellen.
Prägnante Aufstockung aus Holz
Der Eingriff für einen reinen Zweckbau aus den 1960er-Jahren umfasste im Kern eine Wohnraumerweiterung mittels Umbau und dreigeschossiger Aufstockung. Entstanden ist ein neues Gefüge, welches die vorhandene Häuserzeile resp. die städtische Kante schliesst. Die Volumenerhöhung leistet ebenso die geforderte Umnutzung vom ehemaligen Garagen- und Werkstattgebäude zu einem reinen Wohnbau. Demzufolge transformieren die Originalgrundrisse und gestaltet sich das äussere Erscheinungsbild neu. Der eigentlichen Planung vorausgegangen ist eine Potentialanalyse und Machbarkeitsstudie. In mehreren Varianten hatte das fürs Bauvorhaben verantwortliche Basler Architekturbüro englerarchitekten gmbh sia mögliche Nutzungsreserven evaluiert; die Volumenaufstockung bedeutet einen Mehrwert für diesen städtischen Ort.
Lebhaftigkeit im Gesamtbild
Die diverse und vielseitige Wohnraumlandschaft bildet sich in der äusseren Erscheinung ab, weshalb die Architektur insgesamt auch die Lebhaftigkeit und Diversität dieses städtischen Ortes wiedergibt. Aufstockung und bestehende Substanz vermögen sich zugleich zu einem ausgewogenen Ganzen zu verbinden, in dem die beiden Eingriffskomponenten konsequent ablesbar sind. Inspiration für dieses Gesamtbild hat das Architekturbüro im Objekt «Parasite» im Rotterdamer Hafen der Architekten Korteknie & Stuhlmacher gefunden. So sollte auch die Wohnraumerweiterung in Basel den Bestand sinnvoll ergänzen, keinesfalls aber überformen. Architekt Thorsten Kuhny betont: «Bestand und Geschichte des Gebäudes sollen jederzeit ablesbar bleiben».
Sanfte Verdichtung ist gelungen
Das Gebäude «bändigt» verschiedenste Kräfte, die auf die Entwicklung dieses Wohnortes eingewirkt haben und meistert die reduzierten Platzverhältnisse mit Sorgfalt und ausgewogenen Lösungen. Das Gebilde zeigt ineinander gehende und voneinander abgrenzende Passagen aus Ablesbarem, Überspieltem – und nicht zuletzt aus Sichtbargemachtem jener geleisteten Nachverdichtung. Sublim verbinden sich hier Vorhandenes und Neues im städtischen Gefüge zu einer optisch eigenwilligen und eigenständigen Kombination, deren prägnante holzige Aufstockung als Aufforderung gedeutet werden kann, mit Stadtraum innovativ umzugehen.